Ponte Vecchio
- bridge
- Preis: 20 € - 24 €
- Öffnungszeiten: Brücke rund um die Uhr zugänglich; Juweliergeschäfte meist 10:00 - 19:00 Uhr
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Geschichte
Seit der Römerzeit überspannt an dieser Stelle, der engsten Stelle des Arno innerhalb der Stadtmauern, eine Brücke den Fluss. Das heute begehbare Bauwerk stammt jedoch erst aus dem Jahr 1345, als es nach einer verheerenden Flut, die seinen Vorgänger 1333 zerstört hatte, in Stein wieder aufgebaut wurde. Ihre drei flachen Segmentbögen mit einer Mittelspannweite von rund 30 Metern galten für das 14. Jahrhundert als bemerkenswert fortschrittliche Ingenieurskunst, da sie die Brücke niedriger und flacher über dem Wasser liegen ließen als frühere Konstruktionen.
In ihren ersten zweieinhalb Jahrhunderten diente die Brücke als belebter Marktplatz, gesäumt von den Ständen von Metzgern, Gerbern und Fischhändlern, die den Fluss darunter zur Abfallentsorgung nutzten — was die Überquerung berüchtigt übel riechend machte. 1593 verfügte Großherzog Ferdinando I. de' Medici, der die Brücke regelmäßig nutzte, um zwischen Palazzo Vecchio und Palazzo Pitti zu wechseln, dass fortan nur noch Gold- und Juweliersschmiede dort handeln durften. Die Regel gilt seit über vierhundert Jahren: Die Läden entlang der Brücke sind noch heute echte Juweliergeschäfte, keine Souvenirstände.
Wussten Sie schon?
Über den Läden verläuft der Vasari-Korridor, ein erhöhter privater Gang, den Architekt Giorgio Vasari 1565 in nur fünf Monaten errichten ließ, damit die Familie Medici zwischen ihren beiden Palästen wechseln konnte, ohne sich unter die Menge auf der Straße zu mischen. Der Korridor, den größten Teil seiner Geschichte für die Öffentlichkeit geschlossen, ist in den vergangenen Jahren für Führungen mit einem eigenen, vom Uffizien-Ticket getrennten Ticket wieder zugänglich gemacht worden — die Führungen sind begrenzt und weit im Voraus ausgebucht, ein Besuch im Inneren sollte also als Bonus eingeplant, nicht spontan erwartet werden.
Ein Fenster in diesem Korridor hat seine eigene, bekannte Geschichte: 1938, anlässlich des Staatsbesuchs Adolf Hitlers in Florenz, wurden die ursprünglichen schmalen Öffnungen in der Mitte der Brücke zu einem einzigen großen Panoramafenster zusammengelegt, damit er die Aussicht den Arno hinauf besser bewundern konnte. Ob dieser Besuch wirklich erklärt, was sechs Jahre später mit der Brücke geschah, ist unter Historikern nach wie vor umstritten — das Fenster selbst aber gibt es noch, breiter als seine Nachbarn, wenn man weiß, wonach man Ausschau halten muss.
Die Brücke, die überlebte
In der Nacht vom 3. auf den 4. August 1944, als sich die alliierten Truppen Florenz näherten, zerstörten die zurückweichenden deutschen Truppen methodisch jede Arno-Brücke der Stadt — die Santa Trinita, die Carraia, die Grazie, die San Niccolò —, um den Vormarsch zu verlangsamen. Allein die Ponte Vecchio blieb stehen.
Statt die Brücke selbst zu sprengen, ließen deutsche Pioniere die mittelalterlichen Gebäude und Straßen an beiden Enden abreißen und begruben die Zufahrten unter so viel Schutt, dass die Überquerung für Fahrzeuge und Truppen dennoch unpassierbar wurde. Die dadurch entstandene Lücke ist bis heute an den auffällig neueren, schlichteren Gebäuden rund um die Via de' Guicciardini-Seite der Brücke zu erkennen, die nach dem Krieg in vereinfachtem Stil wieder aufgebaut wurden — eine stille Erinnerung, direkt neben einem Überlebenden, an einen Stadtteil, der nicht dasselbe Glück hatte.
Gut zu wissen
Die Ponte Vecchio selbst zu überqueren ist kostenlos und jederzeit möglich — es handelt sich um eine öffentliche Straße, keine kostenpflichtige Attraktion. Kostenpflichtig ist hingegen der darüber verlaufende Vasari-Korridor, separat von den Uffizien mit einem eigenen Ticket für eine Führung buchbar; bei der Planung lohnt es sich, beides klar auseinanderzuhalten: um über die Brücke zu spazieren und die Schaufenster der Juweliere zu betrachten, braucht es kein Ticket.
Am vollsten ist die Brücke gegen Mittag, wenn Reisegruppen und Tagesausflügler den schmalen Mittelteil dicht an dicht füllen; kommen Sie stattdessen früh morgens oder nach dem Abendessen für einen freieren Blick auf die Ladenfronten und den Arno — und für besseres Fotolicht in beiden Fällen. Die Läden selbst sind aktive Gold- und Juwelierwerkstätten, mehrere davon seit Generationen in Familienhand, ein Bummel lohnt sich also auch, wenn man nicht kaufen möchte.