Basilika Santo Spirito
- sacred
- Preis: Kostenlos (Sakristei 2 €)
- Öffnungszeiten: 10:00 - 13:00, 15:00 - 18:00 (So und Feiertage 11:30 - 13:30, 15:00 - 18:00); mittwochs geschlossen
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Geschichte
Die Augustinermönche von Florenz waren bereits seit 1269 an diesem Ort ansässig, doch ihre alte Kirche wurde ab 1434 abgerissen, um Platz für einen Neubau nach Plänen von Filippo Brunelleschi zu schaffen – eines der letzten Projekte, die er vor seinem Tod 1446 in Angriff nahm, und nach eigener Aussage eines derjenigen, auf die er am stolzesten war. Der Bau zog sich über Jahrzehnte unter der Leitung dreier ehemaliger Mitarbeiter hin, die seinen Plan unterwegs teilweise anpassten; die Kuppel wurde erst 1482 vollendet, und die Basilika als Ganzes war im Wesentlichen 1487 fertiggestellt.
Die schlichte, schmucklose Fassade, die Brunelleschi sich vorgestellt hatte – eine Komposition aus Pilastern und geometrischen Proportionen statt aufwendiger Marmordekoration – wurde nie gebaut, und bis heute zeigt die Kirche der Piazza kaum mehr als nackten Putz. Im Inneren hingegen ziehen sich vierzig identische halbrunde Kapellen ununterbrochen um den gesamten Umfang des Gebäudes, in einem gleichmäßigen Rhythmus aus grauen Pietra-serena-Säulen, der einen der reinsten und einflussreichsten Innenräume der Frührenaissance schafft.
Wussten Sie schon?
Das schmucklose Äußere überrascht Erstbesucher oft, denn kaum etwas daran lässt die Harmonie im Inneren erahnen – Santo Spirito wird gelegentlich als Beweis dafür angeführt, dass Brunelleschi mehr an mathematischer Proportion und Innenraum gelegen war als an äußerer Zurschaustellung. Eine Fassade nach seinem ursprünglichen Entwurf wurde in späteren Jahrhunderten mehrfach vorgeschlagen, aber nie umgesetzt, sodass das, was Besucher heute sehen, über fünfhundert Jahre später im Grunde immer noch ein unvollendetes Gebäude ist.
In der Sakristei am linken Seitenschiff hängt ein kleines, farbig gefasstes Holzkruzifix, das um 1492–93 von einem gerade erst achtzehnjährigen Michelangelo geschnitzt wurde. Einer langen Überlieferung zufolge fertigte er es als Geschenk für den Prior des Klosters an, der ihm erlaubt hatte, die menschliche Anatomie an Leichen aus dem angeschlossenen Krankenhaus zu studieren – ein frühes, privates Werk, weit entfernt von den großen Marmorarbeiten, die ihn wenig später berühmt machen sollten.
Gut zu wissen
Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos, lediglich für den Besuch der Sakristei mit Michelangelos Kruzifix wird eine kleine Gebühr von 2 € erhoben – damit gehört Santo Spirito zu den besten Schnäppchen im Zentrum von Florenz. Mittwochs ist die Kirche geschlossen, weshalb es sich lohnt, dies vor dem Besuch zu prüfen, und da es sich um eine aktive Pfarrkirche handelt, ist der Sonntagvormittag eher der Messe als der Besichtigung vorbehalten.
Im Oltrarno gelegen, dem ruhigeren, eher wohnlich geprägten Viertel südlich des Flusses, zieht Santo Spirito nur einen Bruchteil der Menschenmassen an, die sich vor dem Dom oder den Uffizien stauen, obwohl sein Inneres an architektonischer Bedeutung durchaus mithalten kann. Auf der Piazza davor findet täglich ein kleiner Markt statt, abends herrscht reges Leben, und von hier aus sind der Boboli-Garten und der Palazzo Pitti bequem zu Fuß erreichbar – ein natürlicher Halt für einen Nachmittag im Oltrarno.