Loggia dei Lanzi
- monument
- Öffnungszeiten: Durchgehend geöffnet
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Geschichte
Zwischen 1376 und 1382 nach einem Entwurf errichtet, der Benci di Cione und Simone Talenti zugeschrieben wird, entstand die Loggia dei Lanzi als Bühne für das öffentliche Leben der Florentiner Republik: Unter ihren Bögen fanden die Vereidigung der Signoria, offizielle Empfänge und Zeremonien statt, die zu bedeutend waren, um sie im Inneren abzuhalten. Ihre drei breiten Rundbögen waren eine bewusste Aussage — Florenz wandte sich von den anderswo noch modischen spitzen gotischen Formen ab und griff stattdessen zur gerundeten, klassisch inspirierten Formensprache, die später die Renaissance prägen sollte.
Der heutige Name der Loggia hat nichts mit ihrem ursprünglichen Zweck zu tun. Im 16. Jahrhundert stationierte Cosimo I. de' Medici hier seine deutsche Söldnerleibwache, die Landsknechte (italienisch lanzichenecchi), und die Florentiner begannen, das Gebäude schlicht nach ihnen zu benennen. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Medici bereits begonnen, Skulpturen unter den Bögen aufzustellen, und verwandelten damit unbemerkt eine für zivile Zeremonien errichtete Halle in eines der ersten Freiluftmuseen der Welt.
Wussten Sie schon?
Cosimo I. beauftragte Benvenuto Cellini mit dem bronzenen Perseus, der 1554 nach fast zehnjähriger Arbeit enthüllt wurde, gezielt um mit den bereits auf dem nahen Platz stehenden Skulpturen von Donatello und Michelangelo zu wetteifern — eine politische Botschaft in Bronze ebenso wie ein künstlerisches Statement. Cellinis eigene Memoiren berichten, dass der Guss beinahe katastrophal misslang und der Künstler angeblich sein eigenes Zinngeschirr in den Ofen warf, um das geschmolzene Bronze fließfähig zu halten.
Gegenüber steht Giambolognas sich spiralförmig windender Raub der Sabinerinnen, 1583 vollendet und aus einem einzigen, fehlerhaften Marmorblock gehauen, den andere Bildhauer abgelehnt hatten. Giambologna wollte damit lediglich beweisen, dass er drei Figuren zu einer durchgehenden, nach oben strebenden Spirale verweben konnte, die von jedem Blickwinkel aus wirkt, ohne eine "beste" Seite — ein Thema hatte er dabei gar nicht im Sinn, bis der Schriftsteller Vincenzo Borghini nach Fertigstellung des Werks den Titel vorschlug.
Gut zu wissen
Anders als fast jede andere bedeutende Sehenswürdigkeit der Altstadt hat die Loggia dei Lanzi weder Eintrittskarte noch Öffnungszeiten noch Warteschlange — es ist ein öffentlicher, offener Raum, den man zu jeder Tages- und Nachtzeit kostenlos durchqueren kann.
Sie liegt am Südrand der Piazza della Signoria, direkt neben dem Palazzo Vecchio, und ist daher selten ein eigenständiges Ziel, sondern eher ein natürlicher Zwischenstopp auf dem Weg zwischen dem Platz und den Uffizien. Für menschenleere Fotos empfiehlt sich der frühe Morgen oder die Zeit nach dem Abendessen — und wundern Sie sich nicht, wenn eine Statue gelegentlich eingerüstet ist: Diese Skulpturen stehen seit über vier Jahrhunderten im Freien und benötigen regelmäßige Restaurierung.